Bujinkan Ninjutsu

Bujinkan Ninjtusu ist ein traditionelles japanisches Trainingssystem, in dem 9 verschiedene Samurai und Ninja Schulen zusammengefasst sind.

Diese Schulen wurden in einer bis zu 35 Generationen andauernden Kette von einem Oberhaupt zum anderen weitergegeben.

Der bekannteste Soke (Oberhaupt) in unseren Tagen ist Maasaki Hatsumi, der bei allen 9 Schulen diesen Titel inne hatte. Aufgrund seines hohen Alters hat er mittlerweile den Soke Titel der einzelnen Schulen an verschiedene Leute weitergegeben. 

Meine Bujinkan Trainingszeit

Mein Kontakt zum Bujinkan Ninjutsu kam ca 1992/93 über die Bücher von Stephen Hayes zustande, einem Amerikaner, der als einer der ersten nach Japan gereist ist, um dort diese Kunst zu studieren.

Er hatte in seinen Büchern die Adresse von Steffen Fröhlich genannt und so bin ich die ersten Jahre auf Wochenendseminare zu diesem Lehrer nach Dietzenbach bei Frankfurt gefahren und habe dort trainiert. Die erlernten Bewegungen habe ich dann zuhause mit eigenen Trainingspartnern geübt. Wer sich für das Training bei Steffen Fröhlich interessiert, kann hier weitere Informationen finden.

Auf den Seminaren von Steffen Fröhlich lernte ich Enrico Runge kennen, der mich in die Übung in freier Natur einführte und mit dem ich viele schöne Stunden des Trainings im Wald verbrachte. Enrico beschäftigt sich auch heute noch mit verschiedenen Kampfkunstarten. Er lebt in Uder. Seine Webseite ist hier zu finden.

In den Jahren 97 bis 99 studierte ich Ninjutsu in Hannover mit Inal Tamzok bis ich schließlich Jeff Forest kennenlernte, einen Amerikaner, der in guten Kontakt zu Maasaki Hatsumi stand/steht. Ich hatte damals schon genug Erfahrung gesammelt, um einen guten Lehrer zu erkennen und bat Jeff, mich zu unterrichten. Er stimmte zu und vermittelte mir in den darauffolgenden Jahren ein Verständnis der Prinzipien des Ninjutsu und wie man erfolgreich übt. In einer kleinen Gruppe mit Hayong Yun, Jens Delliehausen, Jörg Pößnecker und Ingo Riedel haben wir mehrere Jahre lang begeistert zusammen geübt. Jörg und Ingo üben heute in Müden, bzw. Hannover (Website hier), Hayong hat in Hannover sein Dojo (-> hier lang).

Nachdem die Zeit mit Jeff vorbei war unterrichtete ich noch eine Zeitlang Ninjutsu im Uni Sport in Hannover. Nach dieser Zeit bin ich zu Sven Eric Bogsäter und anderen Lehrern des Ninjutsu im In- und Ausland gefahren. Das ging so bis 2006 als mir zunehmend klar wurde, daß für mich die Zeit im reinen Bujinkan Training vorbei war (Grund siehe unten) und mich die Erkenntnisse weiter zum Systema führten.

Erkenntnisse aus dem Bujinkan Training

Das Training im Bujinkan Ninjutsu ist bei richtiger Ausführung sehr wirksam. Leider findet man in vielen Schulen aber eine statische Art der Übung mit starkem Hierarchiedenken und unterwürfigen Ukes (Angreiferrolle), die sich freiwillig Tori (Verteidigerrolle) unterwerfen.

Bei vielen Bujinkan Trainings, die ich besucht habe, fand ich leider nur diese tote Art der Übung, in der sich nur einer der Übungspartner aktiv bewegt und der andere alles mit sich machen läßt.

Im klassischem, gutem Training hingegen dauert es eine geraume Zeit, bis man gelernt hat, Angriffen auszuweichen, den Druck eines lebendigen Gegners aufzunehmen und so die Prinzipien zu verstehen und den Techniken Leben einzuhauchen. Es daher kann sein, daß man mehrere Monate nicht über den ersten Schritt der Kata hinweg kommt und jedesmal getroffen wird.

Damit läßt sich allerdings kein Geld verdienen, denn für viele Menschen scheint diese Art der Übung sehr frustrierend zu sein. So ist es aber leider mit der echten Sache, sorry mein Freund. Geh in den Wald und versuch ein Feuer mit Hölzchenreiben zu machen, dann verstehst Du, was ich meine.

HIER MEIN RAT AN ALLE; DIE IM BUJINKAN AUF DIE GENANNTE, UNGÜNSTIGE WEISE ÜBEN:

FÜR UKE: Mach zu Beginn einen guten, langsamen und deutlichen Angriff, triff Tori, wenn er sich nicht richtig bewegt. Greif weiter an, wenn Du die Gelegenheit hast. Sei mutig, Dich in einen guten Angriff zu exponieren (übe nur mit Menschen, denen Du vertraust, daß sie Dich nicht verletzen). Bewegt Euch zu Beginn langsam, später schneller, aber in jedem Fall fließend (Nagare). Bleib nicht stehen und mach den Waschlappen, wenn Tori anfängt, an Dir rumzubiegen, sondern beweg Dich wie ein lebendiger Gegner. Sonst wirst Du nur verlieren lernen. Warum das so ist, kannst Du unter Gute Partner/Exkurs nachlesen.

FÜR TORI: Lern auszuweichen, studiere, in welche Richtung Du bewegen mußt, damit Du Uke kontrollieren kannst. Lass Deinen Ärger nicht an Uke aus. Wenn Uke Dich trifft oder Deine Technik nicht funktioniert, ist das Deine Schuld, nicht die von Uke. Hilf Uke, gute Angriffe zu machen, indem Du Vertrauen aufbaust und nicht überreagierst. BEWEG DICH IN DER GESCHWINDIGKEIT, DIE UKE VORGIBT. Sei nett zu Uke und verletze ihn nicht.

Da ich Schwierigkeiten hatte, im Bujinkan Training in Bezug auf diese entscheidenden Punkte Gehör zu finden, hab ich mich dann von dort verabschiedet und mich weiter zum Systema bewegt.

In meinen heutigen Training studiere ich persönlich weiter die klassischen Bujinkan Kata, aber nur mit lebendigen Partnern, die mich auf meine Bewegungsfehler hinweisen. Um so üben zu können, muß man zuerst lernen, mit Frust umzugehen und sich in einer lebendigen Situation zu entspannen.

Falls Du anderer Meinung bist und/oder mit mir üben möchtest, melde Dich gerne über die Kontaktseite. Ich freue mich auf den Austausch.